Mein Leben – Dein Rassismus

Rassismus verletzt! Ständig, und jeden Tag aufs Neue!

Neben körperlichen Übergriffen und offen rassistischen Stammtischparolen sind es die vermeintlich harmlosen Alltagsrassismen, sogenannte Mikroaggressionen, denen Menschen of color täglich ausgesetzt sind.

Die Neustadter Künstlerin Sara Sun Hee Martischius begleiten diese Alltagsrassismen schon ihr ganzes Leben. Mit ihrem Fotoprojekt „Mein Leben – Dein Rassismus“ möchte sie die Betracher*innen dazu einladen, sich mit eigenen internalisierten Rassismen auseinander zu setzen und diese zu hinterfragen.Natürlich macht ein einzelner rassistischer Kommentar noch keine*n Rassist*in, aber „gut gemeint“ ist oft leider alles andere als „gut gemacht“.

Wir laden Sie auf einen Spaziergang durch die Neustadter Innenstadt ein. Betrachten Sie die Bilder und versuchen Sie sich vorzustellen, wie es sich wohl anfühlen muss, sich immer wieder in solchen Situationen wiederzufinden.

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Die Arbeiten sind zunächst an diesen Orten in Neustadt/Weinstraße anläßlich der Demokratietage Hambach zu sehen.

© info@pamelakafkaesk.art

Die komplette Veranstaltungsreihe finden Sie hier:

Mit diesen Erfahrungen bin ich nicht alleine. Tagtäglich sind Millionen von BIPoC (Black, Indigenous and People of Color) in ihrem Alltag Rassismus ausgesetzt.
Hier exemplarisch die Stimmen anderer Betroffener:

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Warum entstand das Fotoprojekt „ Mein Leben – Dein Rassismus“?
Der Versuch einer Erklärung:

Wer bin ich?
Diese Frage ist vielen nicht unbekannt.
Immer wieder stelle beziehugsweise stellte ich mir im Laufe meines bisherigen Lebens diese doch nicht so einfach zu beantwortende Frage.
Mittlerweile bin ich vieles.
Ich selbst bezeichne mich als cis-Frau, Mutter, Partnerin, Fotografin, Künstlerin, Reitlehrerin, Freundin, Tochter, Schwiegertochter, Cousine, Tante.
Doch alleine bei meinem Namen fängt es schon an.
Sara Sun Hee Martischius.
Ein sehr schöner Name. Ich mag ihn.
Wenn Menschen ihn lesen, wundern sie sich, was denn dieses Sun Hee ist.
Und wenn sie mich sehen, fragen sie sich, wo mein erster Vorname und der Nachname herkommen.
Ich bin als Baby aus Süd Korea nach Deutschland adoptiert worden. Wie so viele andere Kinder in den 80ern.

Siehe dazu: Das siebte Kind – https://spiegel.de/spiegel/a-609300.html

Ich bin ziemlich priviligiert aufgewachsen.
In einer Weißen Familie mit einem ziemlich homogen Weißen Umfeld.
Dass ich adoptiert war, wusste ich schon quasi immer, denn es ist nicht zu leugnen, dass meine äußere Erscheinung nicht typisch für ein pfälzisches kleines Dorf ist.
Somit bin ich schon mein Leben lang (Alltags-)Rassismus ausgesetzt.
Als Mikroagressionen bezeichnet in den 70ern Chester Pierce, das was ich und andere Betroffene erfahren.

Quelle: Wikipedia – Mikroagression: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mikroaggression

Mit Mückenstichen werden diese von Alice Hasters in dem Artikel für die Bundeszentrale für politische Bildung beschrieben.

Quelle: https://m.bpb.de/apuz/antirassismus-2020/316756/mueckenstiche-mit-system-zum-umgang-mit-alltagsrassismus

All das sind Gründe warum ich das Projekt begonnen habe.
Es ist sehr persönlich. Ich bin keine Anti-Rassismus Expertin.
Ich will das sich der*die Betrachter*in sich der Absurdität des Ganzen bewusst wird.
Mit meinen Fotos und den Interviews hoffe ich, dass ich Betroffenen eine Stimme geben kann und möchte zur Aufklärung und Sensibilisierung derer beitragen, die froh sein dürfen nicht von Rassismus betroffen zu sein. Hoffentlich werden sie zur Ally (Verbündete).
Meine Vision ist eine diskriminierungsfreie Welt für unsere Kinder. Davon sind wir noch weit entfernt, aber es geht in kleinen Schritten voran und ich hoffe einen kleinen Teil dazu beizutragen.

Fight Racism!

Buchtipps:
"Exit Racism" von Tupoka Ogette
"Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten" von Alice Hasters
"Der weiße Fleck" von Mohamed Amjahid
"Das Buch vom Antirassismus" von Tiffany Jewell & Aurélia Durand